Willibrord-Spital Emmerich ReesProhomine - Logo

Abrasio (Ausschabung der Gebärmutter, Kürettage)

Unter einer Kürettage oder Abrasio versteht man die Ausschabung der Gebärmutter. Die Abrasio wird meistens bei einer unregelmäßigen und/oder sehr starken Regelblutung angewandt. Ziel einer Abrasio ist es, die Blutung zum Stehen zu bringen und durch feingewebliche Untersuchung der entfernten Schleimhaut Aufschluss über die Ursache der Blutung zu erlangen. Oftmals ist nach einer Fehlgeburt die Entleerung der Gebärmutter notwendig, in diesem Fall wird die Ausschabung Kürettage genannt.

Mit Hilfe der Ausschabung kann der Arzt Gewebe aus der Gebärmutter gewinnen und nachfolgend feingeweblich untersuchen lassen. Dabei wird unter anderem beurteilt, ob gutartige oder bösartige Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut vorliegen. Mit der so genannten fraktionierten Abrasio wird die Schleimhaut aus dem Gebärmutterhals und der Gebärmutterhöhle getrennt gewonnen und untersucht. Das kann z.B. erforderlich sein bei unregelmäßigen oder sehr starken Regelblutungen, bei Auftreten von Zwischenblutungen, bei auffälligen Ultraschallbefunden der Gebärmutterschleimhaut und bei Blutungen, die nach den Wechseljahren bei Frauen auftreten, die keine Hormone einnehmen. Hierbei sollte jedoch stets gleichzeitig eine Gebärmutterspiegelung (Hysteroskopie) vorgenommen werden.

Eine Kürettage wird oft bei Frauen, die eine Fehlgeburt hatten, durchgeführt. Hier müssen die Reste des Embryos und des Mutterkuchens aus der Gebärmutterhöhle ausgeschabt oder abgesaugt werden, um Infektionen und fortbestehende Blutungen zu vermeiden.

Nach dem Eingriff

Nach der Ausschabung sollten Sie sich für den restlichen Tag beurlauben lassen und entspannen. In den Tagen nach einer Ausschabung blutet es normalerweise ein wenig. Bekommen Sie hingegen Fieber, Schmerzen und starke Blutungen wie bei der Regel, sollten Sie sich sofort an einen Arzt wenden.

Ganz selten kann es sein, dass die Gebärmutterwand während des Eingriffes verletzt wird. Meist heilen solche Verletzungen komplikationslos ab, der Heilungsverlauf sollte jedoch kontrolliert werden.

Rhesus negativ

Wichtig ist, dass nach jeder Fehlgeburt bei Frauen mit dem Blutgruppenmerkmal "Rhesus negativ" eine so genannte ANTI-D-Prophylaxe mittels Spritze in den Muskel verabreicht wird. Dadurch lassen sich Komplikationen, die aufgrund von Blutgruppenunverträglichkeiten in Hinblick auf den Rhesusfaktor entstehen können, bei späteren Schwangerschaften verhindern.